Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Vom Unterricht über Schulkultur bis hin zur Schulentwicklung – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist bei uns an der Karl-Ziegler-Schule an vielen Stellen sichtbar und wirksam im Schulalltag verankert. Unser Ansatz fördert systemisches und multiperspektivisches Denken, stärkt Partizipation und Verantwortung, öffnet Lernorte und setzt auf verlässliche Kooperationen mit außerschulischen Partnern. So entsteht eine Lernumgebung, in der Schülerinnen und Schüler Gegenwart verstehen und Zukunft mitgestalten.

Wahlpflichtfach „Nachhaltige Gesellschaft/Zukunftswerkstatt“

Im Wahlpflichtbereich in den Jahrgängen 9 und 10 ist BNE fester Bestandteil als wählbares Unterrichtsfach im Umfang von drei Wochenstunden. Der Unterricht ist projektorientiert angelegt und erschließt die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) für unsere Schülerinnen und Schüler multiperspektivisch und systemisch. So unterstützen wir sie dabei, lokale Erfahrungen mit globalen Zusammenhängen zu verbinden, interdisziplinäres Wissen zu entwickeln und vorausschauendes, autonomes Handeln zu üben. Diese fachübergreifenden Kompetenzen halten wir für maßgeblich zur Vorbereitung auf mündiges und verantwortungsvolles Handelnin einer sich immer rasanter entwickelnden Welt. Exkursionen (u. a. ins EU‑Parlament), Wettbewerbe (z. B. Europa unlimited), Planspiele (z. B. COP28) und lokale Projekte (z. B. zum Thema Obdachlosigkeit in Mülheim) sichern diese Handlungsorientierung und ermöglichen echte Mitgestaltung bereits im Jugendalter. So können nachhaltigkeitsrelevante Sachverhalte eingeordnet, Lösungen entwickelt und gesellschaftliche Teilhabe erlebbar werden.

Lernen an authentischen Orten: Haus Ruhrnatur

Mit dem Haus Ruhrnatur als langjährigem Partner verbinden wir Biologie und Politik auf erlebbare Weise. In Klasse 5 erkunden die Schülerinnen und Schüler Ökosysteme direkt an der Ruhr – vom Mikrokosmos im Wasser bis zu Vögeln und Bibern. In Klasse 6 greifen wir diese Erfahrungen im Politikunterricht auf: Im Rathaus Mülheim diskutieren die Lernenden kommunalpolitische Fragen (z. B. Einrichtung von Badestellen, Entfernung von Biberdämmen), wägen Zielkonflikte ab und erleben demokratische Teilhabe. Diese Verzahnung stärkt naturwissenschaftliche Grundbildung, politische Urteilsfähigkeit und lokale Verantwortung.

Präventionssensible Schulkultur: stark, vernetzt, gesund

Unser Präventionskonzept verbindet BNE mit Gesundheitsförderung, sozialer Verantwortung und Schutzkonzepten. Mit bewährten Partnern – u. a. Ginko Stiftung, AWO und Polizei – setzen wir altersangemessene Module um: von Prävention sexualisierter Gewalt (Jg. 5/7/10) über Vape- und Mediensuchtprävention (Jg. 6/7) bis zu Gewalt- und Raserprävention (Jg. 8). So entsteht vernetztes Wissen mit klarer Handlungsorientierung – für individuelle Resilienz und eine sichere, solidarische Gemeinschaft.

Gelebte Partizipation: Nachhaltigkeitsprojekte der Schülervertretung

Unsere Schülervertretung (SV) gestaltet BNE sichtbar im Alltag. Seit 2025 ermöglicht sie mit der Mülheimer Tafel ein kostenfreies Frühstück für Bedürftige – ein konkreter Beitrag zu Chancengerechtigkeit und sozialem Zusammenhalt. Zudem etabliert die SV Mülltrennung (Altpapier) und treibt langfristig die Trennung von recycelbarem Plastik voran. Sie engagiert sich bei „Schule ohne Rassismus“ und organisiert gemeinschaftsstiftende Aktionen. Von der Bedarfserhebung über die Kooperation mit Partnern bis zur Umsetzung und Evaluation: Die Projekte liegen in Schülerhand, Lehrkräfte beraten – echte Mitbestimmung inklusive.

Professionelle Schulentwicklung: Fortbildungen mit System

Unsere Fortbildungskultur gestalten wir konsequent partizipativ und wirksam. Ein transparentes Flowboard steuert Prozesse, Fortbildungstage richten sich am Bedarf des Kollegiums aus. Schwerpunkte wie Künstliche Intelligenz, Deeper Learning, zeitgemäße Prüfungskultur, eigenständiges Lernen, Umgang mit herausforderndem Verhalten und Lerncoaching wurden bereits umgesetzt und finden sich im schulischen Alltag wieder. Neue Lern- und Prüfungsformate sind in den Lehrplänen verankert; Projektarbeiten sind über die Sekundarstufe I verteilt. Aktuell erproben wir ein 90-Minuten-Stundenraster mit weitgehendem Verzicht auf den Gong, um mehr Zeit, Raum und Ruhe für unter anderem kooperative, selbstgesteuerte Lernformenzu gewinnen – ein Baustein für nachhaltige Unterrichtsqualität.

Wirkung, die ankommt

BNE an der Karl-Ziegler-Schule bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, Perspektiven zu verbinden und Verantwortung zu übernehmen. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen, tragfähige Lösungsbeiträge zu entwickeln – in Schule, Kommune und darüber hinaus. Was im Unterricht beginnt, wirkt in Wettbewerben, Planspielen, Exkursionen und Partnerschaften fort. So wächst eine Schule, die Lernende stärkt, Gemeinschaft schafft und Zukunft gestaltet.

Ansprechpartnerin

Frau Stefanie Koschel

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